Wunschlos

Ein Besucher fragte einen Bauern:"Wie wird denn das Wetter heute werden?" Der Bauer antwortete:"Genau so, wie ich es haben möchte." "Wie können Sie denn wissen, dass das Wetter genau so wird, wie Sie es haben möchten?" Der Bauer sagte:"Ich habe durch Erfahrung gelernt, mein Freund, dass ich nicht immer bekomme, was ich gern haben möchte. Also habe ich gelernt, immer das zu wollen, was ich bekomme. Und darum weiß ich ganz sicher: Das Wetter wird heute so, wie ich es haben möchte."

(aus: Happinez 01/12)

Es ist nicht gut, das der Mensch alleine sei...

Schon in der Bibel steht es (Prediger 4, 9-12):

Zwei haben es besser als einer allein: Zusammen erhalten sie mehr Lohn für ihre Mühe. Wenn sie hinfallen, kann einer dem anderen aufhelfen. Doch wie schlecht ist der dran, der allein ist und fällt, und keiner ist da, der ihm beim Aufstehen hilft.  Es könen sich zwei, die in einer kalten Nacht unter einer Decke liegen, aneinander wärmen. Doch wie kann einer, der alleine liegt, warm werden? Ein Einzelner kann leicht von hinten angegriffen und niedergeschlagen werden; zwei, die zusammenhalten, wehren den Überfall ab. Und: Ein dreifaches Seil kann man kaum zerreißen.

                                                                                                                                (aus: Begegnung fürs Leben)

 

Psalm 23

Der gute Hirte

 

Ein Lied Davids. Der Herr ist mein Hirte. Nichts wird mir fehlen.

2 Er weidet mich auf saftigen Wiesen und führt mich zu frischen Quellen.
3 Er gibt mir neue Kraft. Er leitet mich auf sicheren Wegen, weil er der gute Hirte ist .
4 Und geht es auch durch dunkle Täler, fürchte ich mich nicht, denn du, Herr, bist bei mir. Du beschützt mich mit deinem Hirtenstab.
5 Du lädst mich ein und deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du begrüßt mich wie ein Hausherr seinen Gast  und gibst mir mehr als genug.

6 Deine Güte und Liebe werden mich begleiten mein Leben lang; in deinem Haus darf ich für immer bleiben

 

 

(aus: Bibleserver.com HfA)

Das obige Bild hängt in der "Gute Hirte Kirche" in Rotenburg (Wümme).


Der Psalm 23 ist seit 1860 der Hauspsalm des Diakonissenmutterhauses in Rotenburg (Wümme). Dort gibt es seit dem Oktober 2008 einen Psalmgarten, der sich lohnt zu besuchen, wenn man einmal in der Nähe ist. Er befindet sich direkt hinter dem Mutterhaus und ein Parkplatz (kostenpflichtig) ist vorhanden. Es empfiehlt sich, den Garten an einem Wochenende zu besuchen, da der Parkplatz unter der Woche ziemlich gefüllt ist, aufgrund der onkologischen Tagesklinikbesucher.

Sag mir, wie du heißt und ich sag dir, wer du bist

Jesaja 43,1

Aber jetzt sagt der Herr, der euch geschaffen hat, ihr Nachkommen Jakobs, der euch zu seinem Volk gemacht hat: „Hab keine Angst, Israel, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir.

 

Wie oft habe ich diese Aussage schon gehört. Nichtssagend habe ich die Worte vernommen. Sie sind Teil eines bekannten Lobpreisliedes.

Namen sind Schall und Rauch, haben meine Eltern uns immer gesagt. Meine Vornamen habe ich von meinen Paten erhalten. Naja, nicht so ganz. Meine Anfangsbuchstaben erhielt ich nach den Anfangsbuchstaben meiner Paten. H von Heiko und S von Sofie. Woher mein Nachname stammt, ist auch nicht so richtig bekannt. Er könnte aus dem Dänischen kommen oder aber aus dem Französischen. Es wird gesagt, dass wir eventuell von den Hugenotten abstammen. Wahrscheinlich haben wir auch eine jüdische Ader, sagt mein Großvater.

Das allererste Mal habe ich um meinen Namen „gekämpft“, als ich mich habe scheiden lassen. Meinen Mädchennamen wollte ich wieder haben. Der war doch so außergewöhnlich. Ich wurde stolz auf meinen Namen.

Als ich vor ca. einem Jahr die Bundesstraße von Bassen nach Oyten fuhr, da schlug es ein, wie ein Blitz. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir. Tränen schossen mir in die Augen. Gott hat mir meinen Namen gegeben. Nicht meine Eltern. Sie waren wichtig, damit ich überhaupt auf der Welt bin. Für meine Mutter war ich damals ein „Grund zum Heiraten“. Wer die Geschichte meiner Mutter kennt, der weiß, dass es der einzige Weg für sie war, aus ihrer Herkunftsfamilie herauszukommen. Ich wusste von diesem „Grund“ und dass er mich so verletzte, war mir jahrzehntelang überhaupt nicht bewusst. Als Jugendliche habe ich im Streit oft meine Mutter gefragt, warum es mich gäbe, dass ich doch nicht geboren werden wollte. Natürlich konnte sie mir keine Antwort geben, außer der einen, die ich schon erwähnte.

Vier Jahre war ich nun bekennende Christin, und das dieser Stachel in mir war, war mir gänzlich unbekannt. Auf dieser Autofahrt wurde mir alles auf einmal klar. Ich liebe meine Eltern, ohne sie wäre ich nicht hier. Doch war es Gott, der mich, Hella, wollte. Genau hier, genau jetzt, genauso, wie ich bin. Mit den X-Beinen und eigentlich viel zu groß für die Klamotten von der Stange, mit manchmal so komischen Ansichten, denen keiner folgen konnte. Wie oft quälten mich Wünsche nach der perfekten Figur, nach geraden Beinen (ich habe sogar einmal einen Arzt gebeten, mir die Beine zu operieren), nach dickeren und gewellten Haaren. Nach allem, was ich nicht hatte oder war. All das wurde so unwichtig, als mir dieser Bibelvers klar wurde. Gott wollte mich so – so und nicht anders. Vielleicht wäre ich total übermütig und arrogant geworden, wenn ich all meine Wünsche erfüllt bekommen hätte. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, Hella, du gehörst zu mir. Welch ein Geschenk! Ein einzigartiges Exemplar. So kostbar, dass er mir einen Namen gab. So kostbar bist auch du. Ein Kunstwerk aus der Hand Gottes, der dich so wollte, wie du bist und dir deinen Namen gab. Wie unwichtig werden da die Ansichten und Massstäbe der „Anderen“.

Für mich ist es das größte Geschenk, das ich jemals erhielt: Unbezahlbar, einzigartig – Mich!